FAQ

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FREQUENTLY ASKED QUESTIONS

Fragen zu Teach First Deutschland allgemein

Welche Ziele hat Teach First Deutschland?

Wir möchten die Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom sozialen Hintergrund deutlich verringern und kämpfen mithilfe unserer Fellows und Alumni für ein chancengerechteres Bildungssystem. Unsere Vision ist, dass jedes Kind die Schule mit einem Abschluss und dem Glauben an den eigenen Erfolg verlässt. Wenn dies der Fall ist, haben wir unser Ziel erreicht.

Wer steht hinter Teach First Deutschland?

Teach First Deutschland ist eine unabhängige und politisch neutrale gemeinnützige GmbH. Die Gesellschafter und Gesellschafterinnen sind sechs Privatpersonen, die bessere Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen mit schlechten Startbedingungen schaffen möchten.

Wo steht Teach First Deutschland politisch?

Teach First Deutschland ist unabhängig von jeglichen wirtschaftlichen oder politischen Interessen. Wir arbeiten mit Unterstützung aller demokratischen Parteien und sind an einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Stiftungen, Wirtschaftsverbänden und anderen in Bildung und Integration engagierten Institutionen interessiert.

Wie steht Teach First Deutschland zur AfD?

Teach First Deutschland engagiert sich für eine Welt, in der Menschen über kulturelle Grenzen hinweg Verständnis und Wertschätzung für andere Kulturen wie für die eigene gewinnen. Mit dem Schuleinsatz einher geht für jede*n unserer Fellows unter anderem die Selbstverpflichtung: „Ich beziehe gegen sexistisches, diskriminierendes, rassistisches und gewalttätiges verbales und nonverbales Verhalten Stellung.“ Eine Mitgliedschaft in der sog. „Alternative für Deutschland“ sehen wir als unvereinbar mit dieser Selbstverpflichtung und unseren Grundsätzen an.

Wie steht Teach First Deutschland zu einer Privatisierung des Bildungswesens?

Teach First Deutschland bekennt sich ausdrücklich dazu, dass Bildung ein öffentliches Gut ist, das weitgehend durch die öffentliche Hand bereitzustellen ist. Wir tragen nicht dazu bei, den Staat von dieser Aufgabe zu entbinden,  sondern unterstützen ihn dabei, Bildungsgerechtigkeit an Schulen herzustellen.

Beschäftigt sich Teach First Deutschland aktiv mit dem Thema Diversität?

Teach First Deutschland ist Diversität ein großes Anliegen. Wir arbeiten aktuell daran, die Diversität innerhalb der einzelnen Fellow-Kohorte zu erhöhen und fokussieren dabei insbesondere auf die Aspekte der Überwindung bildungsbiografischer Hürden und Migrationshintergrund.

Wie finanziert sich Teach First Deutschland?

Die Fellow-Gehälter werden in der Regel von der öffentlichen Hand, meist von den jeweiligen Bundesländern, getragen. Teach First Deutschland entstehen jedoch auch Programmkosten, die sich insbesondere aus Personal- und Sachkosten für Training, Beziehungsarbeit mit den Bundesländern und Kommunikation zusammensetzen. Diese Programmkosten werden durch Zuwendungen von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen gedeckt. Teach First Deutschland arbeitet somit zu 100 Prozent spendenfinanziert. Durch die Annahme von Zuwendungen macht sich Teach First Deutschland nicht von seinen Förderern abhängig.

Fragen zum Schuleinsatz und Einsatzprofil

In welchen Bundesländern sind Fellows im Einsatz?

Aktuell werden Fellows in sieben Bundesländern eingesetzt: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen sowie Schleswig-Holstein.

Was bringen Fellows den Schülerinnen und Schülern?

Fellows sind nah dran an den Schülerinnen und Schülern. Sie können aufgrund ihrer Erfahrungen als Vorbilder agieren und so Schülerinnen und Schüler interessieren und motivieren. Sie arbeiten im unterrichtlichen sowie im außerunterrichtlichen Bereich und bringen neue Angebote an die Schulen. Fellows erhöhen die Kapazitäten zur Arbeit in kleineren Lerngruppen (z.B. Teilungsunterricht, Teamteaching, Gruppen- und Einzelförderung). Darüber hinaus können sie beispielsweise Bewerbungstraining und Berufswahlkurse ebenso wie fachliche Nachmittagsprojekte und musische oder handwerkliche Arbeitsgemeinschaften oder Sportkurse anbieten. Manche Fellows arbeiten in der Schulentwicklung mit (Schulprogramm, Intranet, Schülervertretung), rufen Schülerfirmen ins Leben oder organisieren Exkursionen oder Reisen.

Welches Ziel verfolgen Fellows bei ihrer Arbeit mit den Schüler*innen?

Fellows wirken darauf hin, ihre Schüler und Schülerinnen zu An- und Abschlüssen zu führen. Je nach Programm und Einsatzprofil unterstützen sie sie beispielsweise darin, ihren Schulabschluss zu erreichen und eine Zukunftsperspektive zu entwickeln oder sie fokussieren auf den Übergang von einer Sprachklasse in eine Regelklasse oder auf eine weiterführende Schulform.

Gibt es feststehende/verbindliche Elemente der Einsatzprofile?

Ja. Die Fellows sollen sowohl im Unterricht mitarbeiten als auch außerhalb des Unterrichts im Förder- bzw. Projektbereich tätig sein. Sie sollen mit möglichst vielen Schülerinnen und Schülern regelmäßig und häufig arbeiten, um anspruchsvolle Lernziele kontinuierlich und erfolgreich verfolgen zu können.

Wie reagieren Schulleitungen und Lehrpersonal auf Teach First Deutschland Fellows an ihrer Schule?

Die Schulen öffnen sich insgesamt vermehrt für die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern. Das begrüßen wir. Konkret hat sich jede Einsatzschule mit einem umfangreichen Bewerbungsformular bei Teach First Deutschland um einen Fellow beworben. Die Entscheidung einer Schule, sich um eine oder einen Fellow zu bewerben, ist zudem durch zustimmende Beschlüsse der Gesamtkonferenz und der Schulkonferenz getragen. Daher werden Fellows in der Regel wohlwollend und offen aufgenommen. Wir führen zudem alljährlich Schulleiterbefragungen durch, in denen die Zufriedenheit mit den Fellows dokumentiert wird.

Wodurch unterscheidet sich die Fellow-Tätigkeit von der Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer?

Die Tätigkeit der Fellows enthält viele Elemente der Lehrtätigkeit, aber in anderer Gewichtung. So wenden sie die Hälfte ihrer Stunden an der Schule für außerunterrichtliche Aktivitäten auf. Das begünstigt und erleichtert die Entstehung vertrauensvoller Beziehungen. Fellows haben zudem mehr Raum für Gespräche, Einzelförderung, das Ausprobieren neuer Ideen und die originelle Aufbereitung von Unterrichtsstoff als die meisten Lehrerinnen und Lehrer. Fellows ersetzen zudem keine Lehrer*innen, sondern sie kommen zusätzlich an die Schulen und bringen als Akademiker aller Fachrichtungen andere Kompetenzen mit.

In welchen Fächern werden Fellows eingesetzt?

In der Regel unterstützen Fellows ihre Schüler*innen vor allem in Deutsch, Mathematik und Englisch. Sie unterrichten in mindestens einem dieser Kernfächer. Zusätzlich werden sie auch in Fächern, die zu ihrem Studienhintergrund und ihren Interessen passen, eingesetzt. Auf dieser Basis erfolgt auch die Schulauswahl.

Übernehmen Fellows Vertretungsunterricht?

Nein. Fellows sind keine Lehrkräfte und können daher auch nicht als solche eingesetzt werden. Für Vertretungsunterricht werden sie daher nur in den Klassen und Lerngruppen eingesetzt, mit denen sie auch ansonsten zusammenarbeiten.

Was passiert nach den zwei Einsatzjahren eines Fellows mit seinen Schulprojekten?

Grundsätzliches Ziel ist es, die Fellow-Projekte so nachhaltig zu konzipieren und an der Schule zu etablieren, dass sie von der Schülerschaft, dem Kollegium oder externen Partnern auch nach dem Einsatzende fortgeführt werden können. Auch können neue Fellows Projekte ihrer Vorgänger*innen übernehmen und so Kontinuität gewährleisten. Das Aufsetzen und Managen von Projekten ist auch Teil der Fellow-Qualifizierung.

Werden Fellows ausschließlich an Schulen eingesetzt?

Der Einsatz an Schulen ist der klare Fokus unserer Arbeit. Darüber hinaus gibt es aktuell einige Fellows, die an anderen Einrichtungen eingesetzt sind. Beispielsweise sind Fellows über das Bistum Mainz in Lampertheim in der Deutschförderung für Flüchtlinge eingesetzt.

Arbeitsrechtliche und finanzielle Fragen zum Schuleinsatz

Wie lange dauert das Leadership-Programm?

Das Leadership-Programm dauert insgesamt rund 25 Monate. Davon entfallen 22 Monate auf den Schuleinsatz und ca. drei Monate auf das vorbereitende Training. Dieses findet zum Teil in Vollzeit statt und beginnt jedes Jahr im Frühsommer (April/Mai) mit dem Online Campus und einem Schulpraktikum, gefolgt von der achtwöchigen Vollzeit-Sommerakademie. Die Schuleinsätze an den Partnerschulen beginnen in der Regel zum Ende der Sommerferien im jeweiligen Bundesland und laufen bis zum Ende des darauf folgenden Schuljahres.

Wie viele Stunden beträgt die wöchentliche Arbeitszeit?

Die Fellows haben in der Regel 24 so genannte Schülerkontaktstunden. Diese schließen sowohl die Aufgaben im unterrichtlichen als auch im außerunterrichtlichen Bereich mit ein. Hinzu kommen Aufgaben wie Vor- und Nachbereitungen, Absprachen und Konferenzen sowie die Zeit für das begleitende Leadership-Programm. Gerade Fellows im ersten Einsatzjahr berichten, dass es sich bei ihrem Einsatz oft nicht um einen Nine-to-five-Job handelt.

Wie sieht der Arbeitsvertrag als Fellow aus?

Jeder Fellow hat zwei Verträge, den Stipendienvertrag zum Leadership-Programm mit Teach First Deutschland und den Arbeitsvertrag. Dieser wird in der Regel zwischen Fellow und dem jeweiligen Einsatzbundesland geschlossen und ist auf 22 Monate (Schuleinsatzdauer) befristet. Vertragliche Details können in jedem Bundesland aufgrund des Bildungsföderalismus variieren.

Wie wird der Einsatz vergütet?

Fellows erhalten derzeit ein Bruttogehalt von mindestens 1.850 Euro, das je nach Bundesland und Schulträger minimal variieren kann und unterschiedlich finanziert wird.

Werden die Fellows während der Sommerakademie bezahlt?

Während der Sommerakademie werden Unterkunft, Verpflegung und anfallende Kosten für An- und Abreise von Teach First Deutschland getragen. Die Qualifizierung vor dem Schuleinsatz wird nicht vergütet. In Ausnahmefällen besteht für die achtwöchige Sommerakademie die Möglichkeit eines zinslosen Darlehens.

Wem sind die Fellows während ihres Einsatzes unterstellt?

Die Fellows sind ihrem Dienstvorgesetzten unterstellt, in den meisten Fällen ist das die Schulleiterin oder der Schulleiter. Zudem sind sie über den Stipendiaten-Vertrag an Teach First Deutschland gebunden und arbeiten hier insbesondere eng mit den Programm-Manager*innen zusammen. Basis des Schuleinsatzes ist das zwischen Teach First Deutschland, Schule und Fellow abgestimmte spezifische Einsatzprofil.

Wann beginnt der Schuleinsatz?

Der Einsatz in der Schule beginnt am ersten Schultag nach den Sommerferien. In der Regel finden aber in der Woche vor Schulbeginn viele Konferenzen statt, an die der Fellow bestmöglich teilnehmen sollte. So bleibt vor Schulbeginn genügend Zeit für Gespräche mit der Rektorin oder dem Rektor, den neuen Kolleginnen und Kollegen sowie dem Mentor oder der Mentorin.

Ist eine befristete Teilnahme am Programm möglich?

Ein kürzerer Einsatz als zwei Jahre ist nicht möglich. Das Leadership-Programm ist bewusst so angelegt, denn es dauert Zeit, positive Beziehungen aufzubauen, was für uns die Basis für einen Lernerfolg ist. Zudem erfordert die Entwicklung zu einer effektiven Lehrkraft Zeit. Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre wissen wir, dass Fellows gerade im zweiten Einsatzjahr ihre größten Erfolge erzielen.

Werden Fellows verbeamtet?

Während des zweijährigen Schuleinsatzes sind Fellows in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt. Es wird eine Vereinbarung zwischen Teach First Deutschland, Einsatzschule und Fellow geschlossen. Eine Verbeamtung ist während der Einsatzzeit ausgeschlossen.

Fragen zur Qualifizierung

Was lernen Fellows im Training?

Ziel der Qualifizierung ist es, die Kompetenzen der Fellows so zu stärken, dass sie Kinder und Jugendliche mit schlechten Startbedingungen dabei unterstützen können, einen Schulabschluss zu erreichen und ihre Potenziale zu nutzen. Dabei spielt eine Vielzahl der Themen eine Rolle, die für den Schuleinsatz relevant sind. Dazu gehören neben pädagogischen und didaktischen Grundlagen auch Aspekte wie Sprachförderung, Digitale Bildung, Schulrecht und Kinderschutz.

Woraus besteht die Qualifizierung vor dem Schuleinsatz?

Die Qualifizierung vor dem Schuleinsatz besteht aus einem mehrwöchigen Online Campus, einem Schulpraktikum, der mehrwöchigen Sommerakademie und den Sommerschulen.

Wie qualifiziert und begleitet Teach First Deutschland die Fellows während des Schuleinsatzes?

Unsere Programm-Manager*innen, die für die Umsetzung des Programms an der Schule verantwortlich sind, begleiten, beraten und unterstützen die Fellows darin, ihre pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten zum Wohle ihrer Schüler*innen weiterzuentwickeln. Sie hospitieren zweimal im Halbjahr deren Unterricht und geben Feedback. Auf Fortbildungstagen (in der Regel zwei verlängerte Wochenenden pro Schuljahr) und in Workshops zu fachdidaktischen Themen, aufbauend auf den Seminaren der Sommerakademie, erweitern Fellows ihre methodischen und didaktischen Kompetenzen. Hinzu kommen monatliche Treffen in einer sogenannten Balkongruppe. Die Fellows bilden hierbei miteinander feste Arbeitsgruppen, die sich regelmäßig treffen, um sich mit Distanz – vom Balkon aus – ihre Arbeit anzuschauen und sich gegenseitig zu beraten. Je nach Bedarf gibt es außerdem individuelle Coaching-Termine. Zusätzlich unterstützen nach Möglichkeit Expertinnen und Experten aus dem Teach First Deutschland Team die Fellows bei Fragen rund um die Planung von Schülerprojekten.

Wie unterscheidet sich die Qualifizierung in den beiden Einsatzjahren?

Im ersten Jahr dient die Fortbildung vor allem der Weiterentwicklung pädagogischer und didaktischer Fähigkeiten. Im zweiten Jahr dienen die Angebote primär der Weiterentwicklung der im ersten Einsatzjahr gewonnenen Fähigkeiten und Erfahrungen und dem Transfer auf die berufliche Zukunft nach dem Einsatz. Es finden Fortbildungstage zu persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen und Netzwerkabende mit interessanten Persönlichkeiten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen statt. Außerdem gibt es die Möglichkeit, an einem Mentoring-Programm teilzunehmen.

Welche Unterstützung bekommen die Fellows seitens der Schule?

Den Fellows stehen Mentorinnen und Mentoren aus dem Kollegium der Schule zur Seite. Diese führen sie in die Schule ein, beraten und unterstützen sie in der täglichen Arbeit und sind erster Ansprechpartner für alle auftretenden Fragen. Zudem werden sich im Kollegium viele finden, die den Fellows mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wie wird die Qualität der Arbeit der Fellows kontrolliert?

Fellows werden von ihren Programm-Managern und -Managerinnen hospitiert und laufend beraten, wie sie sie ihre pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten für die Arbeit mit ihren Schüler*innen weiterentwickeln können. Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Mentorinnen und Mentoren können ebenfalls hospitieren. Häufig arbeiten Fellows zusammen mit einer Lehrerin oder einem Lehrer im sogenannten Teamteaching, wobei die erfahrene Lehrkraft gleichzeitig die Arbeitsweise der Fellows begleitet.

Wer sind die Programm-Manager*innen, die die Fellows während ihres Einsatzes begleiten?

Die Programm-Manager und Programm-Managerinnen sind für die Umsetzung des Leadership-Programms und den Kontakt zu den Einsatzschulen zuständig. Sie haben Erfahrungen in Pädagogik und Erwachsenenbildung und selbst viel unterrichtet. Sie begleiten die Fellows bei der Qualifizierung während des Einsatzes, besuchen sie regelmäßig im Unterricht, geben Feedback und organisieren Weiterbildungen.

Fragen zur Schulzuteilung

Welche Schulen können Fellows bekommen?

Schulen, die in herausfordernden Umfeldern arbeiten und/oder ein hohes Maß an Integrationsleistung erbringen und somit auf zusätzliche Unterstützung angewiesen sind, können sich für eine Programmteilnahme bewerben. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Förderung von Schülerinnen und Schülern an Sekundarschulen. In Ausnahmefällen können Fellows auch an Gymnasien eingesetzt werden.

Unsere Einsatzschulen weisen häufig folgende Merkmale auf:

  • Viele Schülerinnen und Schüler haben einen Migrationshintergrund.
  • Vielen Schülerinnen und Schülern fällt es schwer, sich in der Unterrichtssprache Deutsch zu artikulieren.
  • Die meisten Schülerinnen und Schüler kommen aus Familien, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind.
  • Nahezu keine Schülerinnen und Schüler kommen aus Akademikerfamilien.

Haben Schulen bei der Zuordnung der Fellows eine Wahlmöglichkeit?

Teach First Deutschland schlägt den Schulen einen Fellow vor. Die Schulen haben dann einmalig die Möglichkeit, diesen Vorschlag abzulehnen. Dies ist aber die Ausnahme, im Regelfall sind Schule und Fellow gleichermaßen mit der Erst-Zuteilung einverstanden.

Wie funktioniert die Zuordnung der Fellows zu ihren Einsatzschulen? Muss ich umziehen?

Wir möchten Fellows an den Schulen einsetzen, an denen sie ihre Qualifikationen am stärksten einbringen und die bestmögliche Wirkung für Schülerinnen und Schüler erzielen können. Daher sollten sich Fellow-Interessenten schon vor ihrer Bewerbung fragen, ob sie örtlich flexibel und bereit sind, dorthin zu gehen, wo ihre Unterstützung am meisten gebraucht wird. Zugleich bewerben sich die Schulen bei Teach First Deutschland. Teach First Deutschland gleicht die Anforderungen der Schule mit den Profilen der Fellows ab. Sofern mehrere Kandidaten ähnlich gut geeignet sind, entscheidet der Tag des Eingangs der Bewerbung. Der Schule wird dann die/den Fellow vorgeschlagen, deren/dessen Profil am besten den Anforderungen und Wünschen der Schule entspricht.

Fragen zur Wirkung

Gibt es wissenschaftliche Belege für die Wirkung der Fellows?

Wir haben Teilaspekte unseres Programms extern evaluieren lassen. Hierbei wurden verschiedene Aspekte in den Fokus gerückt:

Wie werden Fellows an den Schulen von unterschiedlichen Zielgruppen wahrgenommen? | In einer qualitativen Studie der Universität Bielefeld (Prof. Dr. Rainer Dollase) aus dem Jahre 2011 wurde die Wirkung des Fellow-Einsatzes ausführlich und in Gänze begutachtet. Hierin kam zum Ausdruck, dass Fellows durch die Schulleitungen mehrheitlich (83%) die beste dienstliche Beurteilung erhalten und auch bei Kollegium und Schüler*innen positiv beurteilt werden.

Wie hoch ist die Ausbildungsqualität unserer Fellows vor dem Schuleinsatz? | Im Sommer 2015 erfolgte eine Evaluation der Fellow-Ausbildung durch die Universität Duisburg-Essen (Prof. Hermann Josef Abs), in der wir die Qualität unserer Fellow-Qualifizierung (im Vergleich zu klassischen Lehramtsanwärtern) dokumentieren konnten.

Verhelfen Fellows ihren Schüler*innen zum Lernerfolg? | Die Evaluation unserer zweiwöchigen Sommerschulen „MSAct!“ und „ZAPup“ zielt direkt auf die Schüler*innen-Ebene ab und untersucht deren Lernfortschritt. Hier können wir den direkten Einfluss von Fellows auf den Lernerfolg extrahieren – etwas, das im normalen Schulkontext, in dem auch andere Lehrkräfte, Sozialpädagog*innen und Eltern auf die Schüler*innen einwirken, nur erschwert möglich ist. In der Auswertung der Sommerschulen 2016 zeigt sich, dass insgesamt 88 Prozent der Schüler*innen in der Zeit einen Lernfortschritt gemacht haben. Der durchschnittliche Lernfortschritt hatte hierbei einen Umfang von 20 Prozentpunkten.

In Ergänzung zu diesen externen Gutachten begleiten wir das Programm mit verschiedenen eigenen Erhebungen, unter anderem einer Befragung der Schüler*innen, in der wir die Entwicklung ihrer Selbstkompetenz analysieren. Zudem haben wir im Jahr 2012 von der Phineo gAG das Wirkt Siegel verliehen bekommen.

Werden Lernerfolge nachgewiesen?

Ja. Die Fellows vereinbaren individuelle Lernziele mit ihren Schülerinnen und Schülern, deren Erreichen sie zusammen mit ihnen verfolgen und dokumentieren.

Wie wirkt sich der Schuleinsatz auf die Fellows aus?

Fellows und Alumni berichten, dass sie die Zeit als Fellow als eine sehr prägende Zeit und eine Phase der intensiven persönlichen Weiterentwicklung erlebt haben. Sie gehen nicht nur mit einem gestärkten Selbstbewusstsein aus dem Schuleinsatz hervor, sondern unter anderem auch mit einer guten Frustrationstoleranz und einem sicheren Kommunikationsverhalten. Ein großer Anteil der Alumni entscheidet sich nach dem Einsatz, dem Thema Bildung im weitesten Sinne weiterhin treu zu bleiben. Genauso zeigen Gründungen unserer Alumni wie die Quinoa-Schule in Berlin-Wedding oder die Start-ups Vensenya und Zubaka, dass dem Einsatz als Fellow oft ein starkes weiteres Engagement für Bildungsgerechtigkeit folgt.

Fragen zum Bewerbungsverfahren

Welche Voraussetzungen sind für eine Bewerbung bei Teach First Deutschland zu erfüllen?

  • Begeisterung für das Thema Chancengerechtigkeit im Bildungssystem
  • Ein überdurchschnittlicher Hochschulabschluss (alle Fachrichtungen, mindestens Bachelor)
  • Längerfristiges gesellschaftliches Engagement mit Verantwortungsübernahme
  • Offenheit, Integrität, Belastbarkeit, Enthusiasmus und viel Energie
  • Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbstreflexion und zur stetigen eigenen Weiterentwicklung
  • Deutsch fließend in Wort und Schrift, entsprechend der Kompetenzstufe C2 des CEFR
  • Bereitschaft zum Umzug an den Einsatzort

Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.

Wir möchten möglichst diverse Fellow-Jahrgänge und begrüßen daher Bewerbungen von Menschen mit vielfältigen kulturellen Hintergründen und Bildungsbiografien.

Kann man sich als Fellow bewerben, wenn der Hochschulabschluss schon eine Weile zurückliegt?

Ja, für unser Programm suchen wir Personen jeden Alters und jeder Berufserfahrungsstufe.

Als Voraussetzung für eine Bewerbung werden überdurchschnittlich gute akademische Leistungen verlangt. Was heißt das genau?

Die akademischen Leistungen der Bewerberinnen und Bewerber werden anhand von Vergleichswerten der jeweiligen Hochschule bewertet. Der Erfolg einer Bewerbung hängt aber nicht nur vom Hochschulabschluss ab, sondern vom Gesamtbild der persönlichen Fähigkeiten.

Kann man sich ohne deutsche Staatsbürgerschaft als Teach First Deutschland Fellow bewerben?

Ja. Teach First Deutschland ist an Bewerberinnen und Bewerbern mit internationalem Hintergrund sehr interessiert. Wer kein Staatsbürger der Europäischen Union ist, benötigt eine Aufenthaltsgenehmigung sowie eine Arbeitserlaubnis. Die entsprechenden Dokumente müssen Teach First Deutschland bis Ende April vorliegen. Interessentinnen und Interessenten, auf die das zutrifft, sollten schon vor Abschluss ihrer Bewerbung unter bewerbung@teachfirst.de Kontakt zu uns aufnehmen.

Kann man sich bewerben, wenn das Hochschulstudium noch nicht abgeschlossen wurde?

Ja, wenn

  1. das Bachelor-Studium bis Mitte Juni vollständig abgeschlossen ist, d.h. alle Leistungen erbracht wurden und das Zeugnis vor Start der Sommerakademie (spätestens am 2. Juli 2017) vorliegt und
  2. zwischen unserer Zusage und Anfang Juni ein einwöchiges Schulpraktikum in der Nähe des eigenen Wohnortes absolviert werden kann und
  3. ab Mitte Mai ca. 20 Stunden pro Woche (eigene Zeiteinteilung möglich) ein E-Learning-Kurs auf dem Teach First Deutschland Online Campus zur Vorbereitung auf die Sommerakademie absolviert werden kann und
  4. von Ende Juni bis Ende August eine Teilnahme an der Sommerakademie in Vollzeit (inkl. der Wochenenden) möglich ist.

Wie bewirbt man sich?

Eine Bewerbung ist ausschließlich über unser Bewerbungsportal möglich.

Bis wann sollte man sich bewerben?

Die Bewerbungsfrist liegt in der Regel im März oder April des Jahres, in dem der Fellow im Sommer seinen Einsatz starten möchte. Für den Fellow-Jahrgang 2018-20 wird das Bewerbungsportal im Herbst 2017 geöffnet.

Wie läuft die Bewerbung ab?

Online-Bewerbung

Unsere Online-Bewerbung besteht aus einem zweistufigen Verfahren. Für die erste Runde erhalten Sie von uns innerhalb von zwei Wochen eine Rückmeldung per E-Mail. Nach einem erfolgreichen Abschluss der ersten Runde bitten wir Sie die zweite Runde der Online-Bewerbung innerhalb von einer Woche zu vervollständigen. Auf diese Runde erhalten Sie innerhalb von maximal sechs Wochen eine Rückmeldung per E-Mail.

Telefon-Interview

Wenn uns eine Online-Bewerbung überzeugt, aber wir noch Fragen zur der Online-Bewerbung haben, führen wir mit einzelnen Bewerberinnen und Bewerber ein ca. 30-minütiges Telefoninterview durch.

Auswahltermin

Als letzten Schritt im Auswahlverfahren laden wir zum Auswahltermin ein. In diesem Termin nehmen wir die Fähigkeiten der Bewerberinnen und Bewerber in Interviews und verschiedenen Übungen unter die Lupe. Eine Woche vor dem Auswahltermin erhalten Sie eine Email von uns mit wichtigen Informationen zur Vorbereitung. Eine Rückmeldung zum Auswahltermin erfolgt innerhalb einer Woche.

Schulzuteilung

Im Frühjahr beginnen wir mit der Schulzuteilung und informieren unsere Fellows telefonisch über ihre Einsatzschule.

Programmstart

ab Mitte Mai | Grundlagenstudium auf dem Teach First Deutschland Online Campus, ca. 15-20 Stunden pro Woche (eigene Zeiteinteilung möglich)

ab Ende Juni | Sommerakademie mit Seminaren, praktischen Übungen und Praxismodulen (Vollzeit).

Die genauen Zeiten für die Bewerbung und den nächsten Programmstart  finden Sie auf unserer Website unter „Werde Fellow“.

Der Beginn des Schuleinsatzes ist abhängig vom Einsatzbundesland.

An wen kann ich mich mit weiteren Fragen zur Bewerbung wenden?

Die Kontaktdaten zu unseren Recruiterinnen in den Regionen finden Sie hier.  Fragen zum Bewerbungsverfahren nehmen wir darüber hinaus gerne unter bewerbung@teachfirst.de entgegen. Telefonisch erreichen Sie uns unter der 030-26 39 760 12.

Fragen zum Alumni-Programm

Welche Rolle spielen Alumni für Teach First Deutschland?

Nach ihrem Einsatz setzen sich die ehemaligen Fellows als Alumni aus ihren unterschiedlichen Positionen heraus langfristig für mehr Bildungsgerechtigkeit und die Anliegen von benachteiligten Schülerinnen und Schülern ein. Sie tragen dazu bei, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Unser Alumni-Netzwerk stellt somit eine wichtige Säule unserer Arbeit dar.

Können Alumni im Anschluss an den Fellow-Einsatz weiter an ihrer Einsatzschule tätig sein?

Der Schuleinsatz ist grundsätzlich auf zwei Jahre befristet. Allerdings gibt es für Nicht-Lehramtsabsolvent*innen in einigen Bundesländern die Möglichkeit eines Quereinstiegs in den Lehrerberuf. Dieser erfolgt unabhängig von Teach First Deutschland. Fellows müssen dafür die Bedingungen des jeweiligen Bundeslandes erfüllen, die sich stark unterscheiden.

Wie wird der Fellow-Einsatz von zukünftigen Arbeitgebern bewertet?

Die Unternehmenspartner von Teach First Deutschland sind davon überzeugt, dass Fellows durch ihren Einsatz Führungs- und Sozialkompetenzen entwickeln und beweisen, die sie zu gefragten Nachwuchskräften machen. Gleichzeitig belegen die Biografien unserer Alumni, dass der Einsatz und der Reife- und Entwicklungsprozess, den sie in der Zeit als Fellow durchgemacht haben, von zukünftigen Arbeitgebern wertgeschätzt wird. Zudem ist es unser Bestreben, die Bekanntheit des Leadership-Programmes unter potenziellen Arbeitgebern stetig zu steigern und dessen positive Alleinstellungsmerkmale aufzuzeigen.

In welchen Branchen sind die Alumni tätig?

In Bezug auf die Tätigkeiten der Alumni zeigt sich eine hohe Diversität. Ein Fünftel unserer Alumni arbeitet im gemeinnützigen Sektor, etwas weniger jeweils im Schul- und Wissenschaftssektor. Alumni sind darüber hinaus auch in der Wirtschaft und Politik vertreten oder haben sich für eine Gründung entschieden. Insgesamt siebzig Prozent unserer Alumni arbeiten in einem Feld mit hohem Bildungsbezug.

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