Programmieren und ausprobieren

Ende Juni besuchten fünf Roboter-Bausätze der Hochschule Ruhr West die Schülerinnen und Schüler der Willkommensklasse 5/6 der Gesamtschule Weierheide in Oberhausen. Es wurde programmiert, experimentiert, einen Parcours befahren und die ein oder andere Choreographie mit den Robotern eingeübt – alles unter der Leitung von Alumna Insa Larson.

Eine große Hürde auf dem Weg zum Erfolg ist für viele unserer Schülerinnen und Schülern ein geringes Selbstwertgefühl. Eine positive Bestärkung und die Erfahrbarkeit von Selbstwirksamkeit durch Projekte wirken diesen entgegen und ermöglichen es ihnen, ihren Horizont zu erweitern.

So eine Möglichkeit, die eigene Problemlösefähigkeit zu erweitern und Neues auszuprobieren, bietet unter anderem eine Kooperation mit externen Partnern, so auch mit Alumni von Teach First Deutschland. Insa Larson ist Alumna, sie gehörte dem ersten Fellow-Jahrgang 2009 an und war an der Lise-Meitner-Gesamtschule in Duisburg eingesetzt. Heute arbeitet sie im Kompetenzzentrum mint4u an der Hochschule Ruhr West als zdi-Koordinatorin für Schulprojekte. Die Schülerinnen und Schüler sollen hier für MINT-Themen und MINT-Berufe begeistert werden. Ende Juni hat sie dafür meine Fokus-Schüler*innen der internationalen Vorbereitungsklasse 5/6 an der Gesamtschule Weierheide mit fünf Roboter-Bausätzen besucht.

Wofür braucht es Roboter?

Roboter haben meine Schülerinnen und Schüler zunächst einmal mit diversen Filmen wie Wall-E, Star Wars und Baymax in Verbindung gebracht. Dass sie neben ihrer Rolle in Sciencefiction-Filmen in vielen verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens und Arbeitens zum Einsatz kommen, war eine erste neue Erkenntnis für viele. Sie erkunden fremde Umgebungen und schwer zugängliche Orte, kriechen in schmale Kanäle oder analysieren Bodenproben auf dem Mars. Genauso sind sie als Serviceroboter eine Unterstützung im Haushalt und vor allem auch in der Industrie eingesetzt. Für all diese Aufgaben müssen Roboter mit Menschen kommunizieren und interagieren. Ein spannendes, weitgefächertes Feld und für die Zukunft meiner Schülerinnen und Schüler mehr als aktuell.

Anschließend wurde es dann praktisch. Vier Stunden lang haben die Schülerinnen und Schüler programmiert, ausprobiert und neu programmiert – um am Ende einen Parcours möglichst genau einzuprogrammieren und in einer vorgegebenen Zeit abzufahren. Dabei wurden die Kreativität und besonders die Problemlösefähigkeit der Schülerinnen und Schüler gefordert und gefördert, denn es galt, den einzigen richtigen Lösungsweg zu finden. Ganz nach dem Prinzip „Trial and Error“ mussten die  Schülerinnen und Schüler ihre Programmierungen also immer wieder anpassen. Eine spannende Herausforderung!

Aktivieren und involvieren

Toll war, dass besonders eine Schülerin, die in letzter Zeit ihre Motivation am Lernen verloren zu haben schien, sowie eine sehr ruhige Schülerin an diesem Tag besonders aktiv und involviert waren. Mit besonderem Geschick absolvierten sie die herausfordernden Aufgaben als eine der Ersten und halfen sofort den anderen Gruppen bei ihrer Arbeit. Ein schönes Beispiel für eine positive Selbstwirksamkeitserfahrung: Beide Schülerinnen haben neues Wissen erlernt, sofort angewandt und durch die Hilfestellung eine Bestärkung ihres Wirkens erhalten. Oder wie es eine dieser Schülerinnen am Ende des Tages zusammenfasste: „Erst dachte ich, ich kann das nicht. Ist ja auch voll schwer. Aber dann war es Spaß. War dann auf einmal voll einfach und dann hab ich anderen geholfen. Und sonst brauche ich selbst Hilfe.“

 

Fellow Nina Warnecke

 

 

 

 

Autorin: Nina-Vanessa Warnecke ist Fellow an der Gesamtschule Weierheide in Oberhausen. Dort arbeitet sie schwerpunktmäßig mit  Kindern mit Fluchterfahrung.