- Das Ziel: Unser Ziel sind bessere Bildungschancen für Kinder
und Jugendliche mit schlechten Startbedingungen. Es verbindet uns mit vielen
anderen Akteuren der deutschen Bildungslandschaft.
- Die Herausforderung: Als eine der größten Herausforderungen unseres
Landes sehen wir die schlechten Bedingungen, mit denen
eine große Gruppe von Kindern ihre Bildungslaufbahn beginnt. Als Jugendliche
verlassen dann zu viele von ihnen die Schulen ohne ausreichende Kompetenzen.
Kompetenzen wie Sprachvermögen oder Selbstbewusstsein sind nicht nur Voraussetzungen,
um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Sie sind unabdingbar, um ein selbstbestimmtes
Leben führen zu können.
In unserem Land wird seit Jahrzehnten eine sehr kontroverse
Debatte geführt, welche Struktur des Bildungssystems gerechte(re) Bildungschancen
bieten kann. Teach First Deutschland verfolgt diese Strukturdebatte mit großem Interesse,
bezieht aber bewusst keine Stellung. Vielmehr versteht sich Teach First Deutschland als
Anwalt der Schülerinnen und Schüler, denen nicht die Möglichkeit gegeben wird, in unserem
Schulsystem gut abzuschneiden – sei es aus sozio-ökonomischen, familiären
oder persönlichen Gründen. Sie benötigen und verdienen besondere
Aufmerksamkeit und aktive Unterstützung, um einen ihrem Leistungsvermögen
entsprechenden Bildungsabschluss zu erreichen.
- Die Wirkung: Teach First Deutschland tritt gemeinsam mit Anderen
für bessere Bildungschancen ein. Wir wollen zum einen konkret und sofort
Unterstützung geben, zum anderen zu einem Systemwandel beitragen.
Wie wirkt unser Programm mittel- und langfristig? Wir wissen, dass in Schulen viele
hervorragende Menschen arbeiten, die unter oft schwierigen Bedingungen
Außerordentliches leisten. Sie haben Unterstützung verdient – Unterstützung,
die Teach First Deutschland Fellows bieten können. Fellows unterstützen vor
Ort und sind dazu bereit, zwei Jahre lang ihre Kraft zu investieren, Schülerinnen
und Schüler innerhalb und außerhalb des Unterrichts zu fördern – genauso, wie
andere Beschäftige an Schulen dies auch tun. In den zwei Jahren erleben die
Fellows außerdem direkt, wie der Alltag an einer Schule im sozialen Brennpunkt
aussieht. Sie lernen Stärken und Mängel des Bildungssystems kennen, so dass
sie nach dem Einsatz als kenntnisreiche Anwälte der Schüler in allen gesellschaftlichen
Bereichen und Positionen weiter wirken und so den nötigen Wandel des Schulsystems mit vorantreiben.
- Die Schüler im Mittelpunkt: Teach First Deutschland wurde von uns gegründet,
um Schülerinnen und Schüler zu fördern. Die Jugendlichen stehen im
Mittelpunkt unseres Handelns. Auch die Fellows erwerben im Rahmen ihres
Einsatzes Kenntnisse und Fähigkeiten, die langfristig wertvoll sind und sie
für ihr ganzes Leben prägen. Der Fokus unserer Arbeit – und der Arbeit der
Fellows – liegt aber immer auf dem Erfolg der Schülerinnen und Schüler sowie
gerechteren Bildungschancen.
- Bildung als öffentliches Gut: Teach First Deutschland bekennt sich
ausdrücklich dazu, dass Bildung ein öffentliches Gut ist, das maßgeblich durch
die öffentliche Hand bereitzustellen ist. Wir tragen nicht dazu bei, den Staat
von dieser Aufgabe zu entbinden, sondern unterstützen ihn dabei.
- Unabhängigkeit: Teach First Deutschland ist eine von privaten,
wirtschaftlichen oder politischen Interessen unabhängige Initiative. Wir
arbeiten mit Unterstützung aller demokratischen Parteien und sind an einer
fruchtbaren Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Stiftungen, Wirtschaftsverbänden
und anderen in Bildung und Integration engagierten Institutionen interessiert.
- Verwendung der Mittel: Teach First Deutschland ist dem Gemeinwohl
verpflichtet und als gemeinnützige Organisation nicht gewinnorientiert.
Unsere Einnahmen dienen ausschließlich dem Aufbau, der Umsetzung und
Verbesserung des Programms. Die Gelder fließen insbesondere in die Anwerbung,
Auswahl, Qualifizierung sowie Begleitung und Betreuung der Fellows.
Die Finanzierung der Fellows dagegen erfolgt ausschließlich durch die
öffentliche Hand.
- Rolle und Professionalität von Lehrerinnen und Lehrern: Wir unterstützen
den hohen Professionalitätsanspruch von Lehrern. Unsere Fellows sind keine Lehrer
und wir stellen sicher, dass Fellows keine Lehrer ersetzen. Fellows sollen Lehrkörper
durch ihre vielfältigen Hintergründe und Erfahrungen bereichern und Verantwortung
für die Schülerinnen und Schüler übernehmen, mit denen sie arbeiten.
Fellows sind nur dann erfolgreich, wenn sie akzeptierter und respektierter Teil
eines Schulkollegiums sind.
- Schulen: Fellows werden nur an Schulen eingesetzt, die sich um eine
Programmteilnahme aktiv bewerben und dem Einsatz zustimmen. Die Schule
entscheidet, welche konkreten Aufgaben die Fellows übernehmen.
- Nach dem Fellow-Einsatz: Fellows sollen aus den unterschiedlichsten Positionen
den positiven Wandel bewirken – als Sozialunternehmer, Stiftungsreferent, Ärztin,
Bundestagsabgeordnete, Unternehmensberater, Professorin oder Journalist. Chancengerechtigkeit
muss ein zentrales Thema nicht nur der Politik, sondern auch der Medien, Wirtschaft,
öffentlicher Institutionen und der Zivilgesellschaft sein und bleiben.
Teach First Deutschland sucht daher die Zusammenarbeit mit Akteuren aus diesen
Bereichen. Wir sind davon überzeugt, dass wir nur durch ein Zusammenwirken
aller gesellschaftlichen Kräfte Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem
erreichen können. Teach First Deutschland begrüßt es, wenn
Fellows langfristig im Bildungsbereich bleiben und sich weiter für die Förderung
von Schülerinnen und Schülern einsetzen möchten. Fellows, die an Schulen
weiter arbeiten wollen, unterstützen wir dabei, die dafür erforderliche
Qualifikation zu erwerben. Vom dauerhaften Engagement der Fellows erhofft
sich Teach First Deutschland Impulse für alle gesellschaftlichen Bereiche.
- Evaluation: Die Wirksamkeit des Programms wird seit Beginn beobachtet. Eine
externe Evaluation soll insbesondere die positive Wirkung auf Schülerinnen und Schüler
überprüfen.
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