In regelmäßigen Abständen berichten wir aus unserem Alumni:ae-Netzwerk: Wie setzen sich die ehemaligen Fellows nach dem Leadership-Programm für Bildungsgerechtigkeit ein? Welche Geschichten erzählen sie aus den zwei Jahren? Und wie geht’s danach weiter? Lest selbst!

Fellowjahrgang 2018-2020

Susanne Braun: „eine Schule, die wir ins uns tragen“

Susanne Braun

Grundschule
Dresden
Alumna 2018

TFD: Hallo Susanne, erzähl uns doch kurz etwas über dich und was du hier beim Alumni-Summit machst?

Susanne Braun: Ich bin Alumna von Teach First Deutschland und arbeite selbstständig als Moderatorin und Theatermedienpädagogin. Ich bin im Orga-Team des Alumni:ae-Summits in Dresden mit dabei und habe ihn zusammen mit noch sieben weiteren Leuten gewuppt.

TFD: Was ist das Besondere an diesem Alumni:ae-Summit? 

Susanne Braun: Das Besondere ist, dass wir wieder analog einen Ort bespielen, uns treffen dürfen und ganz passend zu unserem Thema „Out of Space“ auch ein bisschen Festivalfieber verbreiten.

TFD:  Wie seid ihr auf das Motto gekommen?

Susanne Braun: Wir sind bei einer Kreativ-Session darauf gekommen und hatten den Wunsch, viel Freiraum zu geben, damit sich begegnet werden kann. „Out of Space“ bietet die Möglichkeit, weit zu denken. Reisen im Weltall oder das Erkunden von neuen Welten oder neuen Galaxien ist derzeit in aller Munde, zumindest ging es uns so. Wir fanden deswegen, dass es ein passendes Thema ist, um zum einen in die Zukunft zu blicken, aber auch um zu schauen, was im Hier und Jetzt passiert.  Wir haben Input an Workshops geplant und „Fellow Classics“ wie Barcamp-Sessions. Gleichzeitig hat man Zeit, um einfach mal einen Kaffee zu trinken, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.

TFD: Worauf freust du dich am meisten bei diesem Summit? 

Susanne Braun: Ich freue mich darauf, dass sich die Menschen hier begegnen und dass wir uns austauschen können. Ich freue mich aber auch sehr auf die Workshops. Und ich freue mich auf den Livepodcast „Nach der großen Pause“, der auch nachträglich noch gehört werden kann, für alle die, die beim eigentlichen Auftakt und beim eigentlichen Summit nicht dabei sein konnten.

TFD:  Was bedeutet es für dich, Alumna zu sein?  

Susanne Braun: So wie ich waren alle Alumni:ae zwei Jahre lang an einer Schule unterwegs. Ich glaube, das schafft einen ganz besonderen Spirit. Man weiß sofort, dass die Leute etwas ähnliches durchgemacht haben wie man selbst. Man begegnet sich und hat einfach von Anfang an großes Vertrauen, dass man einen wunderbaren Menschen auf der anderen Seite hat, mit dem man ins Gespräch gehen kann.

TFD: Bei Teach First Deutschland sprechen wir viel von Leadership, welche Rolle haben da die Alumni:ae? 

Susanne Braun: Die Alumni:ae können ein wunderbares Sprachrohr sein, um zu zeigen, was schon cool ist und noch besser ginge – auch bei Teach First Deutschland, sowohl für das bestehende Netzwerk als auch für die nachkommenden Fellows.

TFD:  Wenn es hier bei dem Summit um die Zukunft geht, wie möchtest du dann, dass die Gesellschaft von morgen aussieht? 

Susanne Braun: Ich wünsche mir, dass die Gesellschaft von morgen mehr Mut hat, in die Diskussion zu gehen. Damit meine ich, dass wir nicht nur immer diese extremen Pole haben, auf deren Seiten wir stehen, sondern dass wir uns auch dazwischen bewegen, und den Mut haben, zu diskutieren, ins Gespräch zu gehen und auch aus dem Gespräch mit einem „I agree to disagree“ rauszugehen.

TFD: Und welchen Beitrag kannst du ganz persönlich dazu leisten? 

Susanne Braun: Indem ich selbst als Dialogpartnerin Vorbild bin und ins Gespräch gehe, auch zu Themen, die Reibung erzeugen.

TFD: Warum wolltest du Fellow werden? 

Susanne Braun: Ich hatte vorher schon an der Schule als Theatermedienpädagogin gearbeitet. Für mich war dann das Leadership-Programm von TFD ausschlaggebend und der Input, den es dazu gab.

TFD: Was heißt Leadership für dich?

Susanne Braun: Dialogisch zusammenarbeiten und lernen.

TFD: Du warst sehr lange auch an der Schule als Fellow und Schule hat eher einen schlechten Ruf: Warum ist deiner Meinung nach Schule trotzdem ein attraktiver (Arbeits-)Ort? 

Susanne Braun:  Schule ist deswegen ein attraktiver Ort, weil es ein Ort zum Lernen ist. Ich hoffe, dass nicht nur Kinder und Jugendliche meinen, dass sie der einzige Ort zum Lernen ist, sondern, dass die Schule etwas ist, das wir immer weiter in uns tragen, auch wenn wir ins Leben und in den beruflichen Alltag gehen. Wir sollten immer eine kleine Schule mit uns mitnehmen, weil ich glaube, dass wir immer offen sein sollten, Neues zu lernen – egal wie alt oder wo wir sind.

TFD: Danke für das Interview!

Fellowjahrgang 2019-2021

Emanuel Wenzel: „Im Kleinen Dinge verändern“

Emanuel Wenzel

Oberschule
Dresden
Alumnus 2019

TFD: Hallo Emanuel, wer bist du und was machst du hier?

Emanuel: Ich bin Emanuel. Ich war 2019 Teach First Fellow. Es ist Alumni-Treffen. Es ist ein wunderschöner Moment, um alte Fellow-Freunde wiederzutreffen, Menschen, die man viel zu selten sieht, wenn man die Ehre hat, im Bildungssystem zu arbeiten. Ich bin hier für Unterhaltungen, Wiedersehen, Spaß und Austausch.

TFD:  Warum hast du dich damals entschieden, Fellow zu werden?

Emanuel: Ausschlaggebend war, dass ich zuvor beruflich immer wieder Schnittmengen zum Bildungsbereich hatte und dort gemerkt habe, dass mir gerade der Kontakt zu Schüler:innen und in Schulen zu sein, am meisten Spaß macht. Ich habe es immer bereut, dass ich so wenig Möglichkeiten hatte, in einem Klassenraum zu stehen und die Black Box Schule mehr aufzumachen und mehr Alltag zu erleben. Das Leadership-Programm war für mich die ideale Chance, einfach mal reinzuschnuppern und länger zu bleiben als nur einen Vor- oder Nachmittag.

TFD:  Und wie hat dich diese Fellow-Zeit dann beruflich geprägt – also was hast du nach deinem Fellow-Einsatz gemacht und was machst du jetzt?

Emanuel:  Ich hatte das große Glück, nach meinem Fellow-Einsatz über den Seiteinstieg Lehrer an genau der Schule zu werden, an der ich auch eingesetzt war. Ich hatte noch größeres Glück, weil ich die Klasse, in der ich zwei Jahre zuvor Fellow war, dann als Klassenlehrer sogar übernehmen konnte und als Abschlussklasse zum Abschluss führen konnte. Es war also ein absolutes Happy End. Ich unterrichte Ethik, Politik und Informatik.

TFD:   Warum wolltest du unbedingt an der Schule bleiben?

Emanuel:  Weil einem die Menschen einfach ans Herz wachsen, die Schüler:innen, auch das Kollegium und bei all dem Druck und der Erwartungshaltung und bei all dem Schlechten, was man über das System Schule lesen oder hören kann, ist Schule eben dann aber auch genau der Ort, wo man im Kleinen einfach Dinge verändern kann.

TFD:   Kannst du das noch ein bisschen ausführen? Was macht deiner Meinung nach Schule als Arbeitsort attraktiv?

Emanuel:   Also immer dort, wo Krise am stärksten ist, herrscht dann Narrenfreiheit und ein Einfallstor dafür, neue Ideen einfach mal einzubringen und umzusetzen. Wenn die Verzweiflung am größten ist, gibt es eigentlich keine Kritikerin und keinen Kritiker mehr, der sagt: Das kannst du jetzt nicht machen. Es wird immer noch die Nase gerümpft, aber Resignation kann auch bestärkend sein, weil man Dinge ausprobieren kann und wenn sie dann funktionieren, dann wird aus einer Illusion eine Vision und es kann Gutes passieren.

TFD: Und warum ist es wichtig, dass Fellows an die Schulen gehen?

Emanuel: Ich glaube, Fellows haben den Luxus, dass sie noch keine Biografie im System Schule geschrieben haben. Sie können Dinge einfach neu ausprobieren und verfallen vielleicht nicht in die Falle, zu sagen: Das war schon immer so, das können wir nicht ändern, die sind so, damit muss du dich abfinden. Nein, ein Fellow kann sagen: Ich bin neu. Ich mach jetzt die Black Box auf. Ich bringe auch einiges mit in die Black Box mit rein und das ist ein großer Vorteil, den Fellows haben.

TFD: Kannst du noch eine Herausforderung nennen, die momentan Lehrer:innen haben und wie man vielleicht auch diese Herausforderungen bestreiten kann, der man sich mutig stellen kann – die du dir auch mutig stellst?

Emanuel.:  Ich glaube, eine große Herausforderung ist, dass Lehrer:innen ein Kollektivbewusstsein entwickeln – sowohl in der Schule als auch außerhalb, über die eigene Schule hinaus denkend, um zu vermeiden, dass wir nicht alle in so einem Don Quichotte-Modus verfallen, wo wir individuell auf unsere Windmühlen starren und diese angreifen und in der Gruppe aber in der Titanic sitzen und dem Eisberg entgegenschmettern, sondern wo wir miteinander reden, uns austauschen und uns bewusst machen, dass wir einen der schönsten Berufe der Welt in einem vielleicht krankmachenden System haben, aber das ändern können, wenn wir einfach miteinander reden.

TFD: Vielen Dank für das Interview!

Fellowjahrgang 2016-2018

Alli Kamalanathan: Antidiskriminierungs- und Empowermentarbeit

Alli Kamalanathan

Quinoa-Schule
Berlin
Alumna 2016

Die Fellowzeit bei Teach First Deutschland prägte Alli so sehr, dass sie entschied, im Bildungsbereich zu bleiben – jedoch erst nach einer Pause. Sie reiste ein Jahr durch die Welt und kam mit vielen Fragen zu Privilegien zurück. Das bewegte sie, sich ehrenamtlich in der Antidiskriminierungs- und Empowermentarbeit zu engagieren. Beruflich arbeitete sie in der außerschulischen Bildungsarbeit und gab Workshops zu den Themen Berufsorientierung und Persönlichkeitsentwicklung an Schulen. Die Wünsche nach Bildungsgerechtigkeit und größerem Impact, führten sie letztendlich zu einem Pilot-Projekt. Als Antidiskriminierungsbeauftragte arbeitete sie zwei Jahre an einer Schule in Berlin-Wedding. Eine bis dato unbekannte und undefinierte Stelle – ein Novum, bis heute. In dieser Zeit setzte sie sich stark für diskriminierungskritische Schulentwicklung ein, mit dem Ziel, dass diskriminierende Strukturen an Schulen abgebaut werden (müssen). Aus der Überzeugung, dass nur Bündnisse genug Macht haben, um nachhaltige Veränderungen herbeizuführen, baute sie diverse Netzwerke in diesem Bereich auf. Da Schule ein komplexes und rigides System ist, entschied sie sich umzuorientieren und sich in der Zivilgesellschaft zu engagieren.

Ihrem Herzensthema Antidiskriminierungsarbeit im Bildungsbereich ist sie treu geblieben. In diesem Rahmen koordiniert Alli ein Netzwerk aus Schulen und Zivilgesellschaft zu dem Thema diskriminierungskritische Schulentwicklung und entwickelt zusammen mit verschiedenen Akteur:innen ein Projekt dazu.

Hauptberuflich ist sie im Bereich Bildungsinnovation bei Education Innovation LAB tätig. Dieser Think & Do Tank schreibt sich eine grundlegende Transformation der Bildungssysteme auf die Fahne. Dafür schaffen sie im engen Austausch mit Expert:innen, Lehrer:innen und Schüler:innen Lernumgebungen, die kritisches Denken und aktives Gestalten für eine nachhaltige Zukunft ermöglichen. Im Zuge dessen bietet Education Innovation LAB innovative Lernformate für Schulen an.

Dabei ist „Digital Sparks“ ein besonders wichtiges Projekt. „Digital Sparks“ bringt gesellschaftliche Themen in die Schule, indem es eine aktive, kollaborative und kreative Auseinandersetzung mit den Themen in Form von kostenfreien Online-Workshops ermöglicht. Wichtige Themen sind u.a. Diskriminierung, Identität, politische Beteiligung und Kreislaufwirtschaft.

Bisher haben 57 Schulen und über 1650 Schüler:innen teilgenommen. Dass gesellschaftspolitische und aktuelle Themen bis heute kaum Einzug in Schule finden, spiegeln auch die Rückmeldungen der Schüler:innen wider. Education Innovation LAB setzt sich dafür ein, dass Schule neu gedacht wird und der Aufbau von zukunftsrelevanten Kompetenzen ermöglicht wird. Was Education Innovation LAB sonst noch bewegt, kann im Manifest „Zukunft der Bildung“ nachgelesen werden.

Fellowjahrgang 2013-2015

Daniel Gyamerah: Von Empowerment und Anti-Diskriminierung

Daniel Gyamerah
Hedwig-Dohm-Oberschule
Berlin
Alumnus 2015

(Fotocredit: Sedat Mehder)

Die Hälfte der Afrozensus-Befragten geben an, dass ihr Kind aufgrund rassistischer Zuschreibungen in der Schule schlechtere Noten als andere Kinder bei gleicher Leistung bekommen:

Als studierter Politik- und Verwaltungswissenschaftler (BA Uni Konstanz & MA Hertie School of Governance) war Daniel Gyamerah bisher u. a. für die deutsche Botschaft in Accra und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung tätig. Während seiner Zeit als Fellow war er von 2013-2015 an der Hedwig-Dohm-Oberschule in Berlin/Moabit im Einsatz. Seit 2015 ist er nun bei Citizens For Europe (CFE) und heute als Bereichsleiter für die Themen angewandte Forschung und strategische Beratung in den Bereichen Diversität, Inklusion und Anti-Diskriminierung zuständig.

Doch was Daniel zweifellos noch mehr auszeichnet als seine beruflichen Stationen ist sein Engagement für Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Menschen in Deutschland. Seit vielen Jahren ist er  bei Each One Teach One (EOTO) e.V. aktiv. Aus dem kleinen Freiwilligenprojekt ist seither eine der größten Empowerment Organisationen in Deutschland entstanden, die Daniel heute als Vorstand begleitet. Each One Teach One ist ein Community-basiertes Bildungs- und Empowerment-Projekt in Berlin, das u.a. über eine Bibliothek mit über 7.000 Büchern verfügt und auch ein großes Jugendteam hat.

Der Afrozensus führt Daniels gesellschaftliches und berufliches Engagement zusammen: In Kooperation von CFE und EOTO wurde die Umfrage 2019 entwickelt und 2020 und 2021 durchgeführt. Die Ergebnisse sind nun im November 2021 veröffentlicht worden.

Worum geht es dabei?

In Deutschland leben über 1 Million Menschen afrikanischer Herkunft. Bis jetzt gab es über diese Gruppe kaum weitere statistische Angaben. Der Afrozensus ändert das. Es ist die größte jemals durchgeführte Befragung unter Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Menschen in Deutschland zu fünf Themenbereichen:

  • Engagement
  • Diskriminierungserfahrungen in 14 Lebensbereichen
  • Anti-Schwarzen Rassismus
  • Umgang mit Diskriminierung
  • Resilienz und Empowerment

Welche zahlreichen, spannenden Ergebnisse der Zensus erbracht hat, kann hier nachgelesen werden. Ein besonderer Hinweis an dieser Stelle: Kapitel 6.3 Anti-Schwarzer Rassismus im Bildungssystem.

Eine kurze Beschreibung gibt Daniel selbst in diesem YouTube-Video.

Bis heute zehrt Daniel von den Erfahrungen des Schuleinsatzes mit Teach First Deutschland. So sind ihm zufolge Policy Forschungskontexte oft sehr weit weg vom eigentlichen Leben – obwohl er natürlich sehr nah an den Lebenserfahrungen der Community dran ist – weshalb die Schulpraxis sehr lehrreich war. Bei Teach First Deutschland war das vor allem die direkte Arbeit mit Menschen und das gemeinsame Lernen in alle Richtungen, leider aber auch die Erkenntnisse darüber, welche Erfahrungen die Kinder auch an den Einsatzschulen mit Rassismus machen. Diese Erfahrungen prägen Daniels Arbeit bis heute und sind wertvoll für sein gesellschaftliches Engagement. Darüber hinaus war es laut Daniel eine unglaubliche Bereicherung, in die Lernprozesse eintauchen zu können und über den Beziehungsaufbau das entstehende Level an Vertrauen zu sehen und darüber die Kinder nochmal anders begleiten zu können. Und nicht zuletzt ist man außerdem näher an dem, was los ist, am Puls dessen, was Jugendliche bewegt.

Wir wünschen Daniel viel Erfolg mit seinen zukünftigen Vorhaben und verfolgen gespannt den Impact, den sein Engagement in Deutschland haben wird. Das breite Medienecho, das der Afrozensus bekommen hat, stimmt zuversichtlich.

Fellowjahrgang 2019-2021

Annen Julia Köster: Forschung und Bildung

Anne julia Köster
Gretel-Bergmann-Gemeinschaftsschule
Berlin
Alumna 2021

Anne hat sich schon vor ihrem Fellow-Einsatz intensiv mit den Themen Kultur, Bildung und Migration auseinandergesetzt und ist – nicht nur wissenschaftlich – viel herumgekommen. Nach ihrem Bachelor in Social and Cultural Sciences an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), schloss sie hier auch den Master in Intercultural Communication Studies ab. In dieser Zeit trugen sie ihre Forschungen nach Frankreich, in die USA, nach Brasilien, Indien, Neuseeland und mehrfach nach Mexiko.   

Dabei fand sie zusätzlich die Zeit, sich vielfältig ehrenamtlich zu engagieren, u. a. bei Model United Nations, als Bloggerin bei Was bildet ihr uns ein? e.V. und als Workshopgeberin bei arche noVa e.V., der CUiB Educational Game Group und KATE e.V.  

Und auch beruflich war Anne immer rund ums Thema Wissenschaft und Bildung aktiv. Beispielsweise als wissenschaftliche Mitarbeiterin im mexikanischen Bildungsministerium und am Institute for Educational Management in Zug in der Schweiz sowie als Assistentin im Auswärtigen Amt für den Bereich International Diplomats Trainings. 

2019 bis 2021 wagte sie dann den Sprung ins kalte Wasser der Bildungs-Praxis in Vollzeit an der Berliner Gretel-Bergmann-Gemeinschaftsschule, um Schüler:innen u. a. im Bereich Deutsch als Zweitsprache zu unterstützen. Für sie eine herausfordernde, vor allem aber sehr lehrreiche Zeit – persönlich wie beruflich.  

Heute arbeitet Anne am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Berlin bei Schule macht Stark (SchuMaS) – einem Projekt zur Stärkung von Schulen in herausfordernden Lagen. Eine großartige Möglichkeit, ihre Erfahrungen aus dem Einsatz mit der wissenschaftlichen Perspektive beruflich zu kombinieren. Wenn Sie mehr zu diesem Projekt erfahren wollen, folgen Sie diesem Link oder sprechen Sie Anne einfach mal über das Teach First Deutschland-Netzwerk an.

Wir freuen uns, Anne bei dieser Gelegenheit sehr herzlich zur erfolgreichen Verteidigung ihrer PhD Thesis (summa cum laude!) gratulieren zu können! Wozu sie geforscht hat? Natürlich zum Thema Bildung: Diversity-sensitive Education for Native Migrants in Mexico.

Sie engagiert sich im Moment auch für Computers For All e.V., den sie zusammen mit Teach First Fellows des Jahrgangs 2019 gegründet hat.

Fellowjahrgang 2012-2014

Christoph Max: Lehrer auf Umwegen

Christoph Max
Gregor-Mendel-Realschule
Heidelberg
Alumnus 2014

Für Christoph Max war es nach seinem Teach First Deutschland-Einsatz an der Gregor-Mendel-Realschule Heidelberg (2012-2014) klar: Er ist Lehrer, Schule sein Ding, Zufriedenheit findet und erlebt er beim Unterrichtsflow. An der benachbarten Geschwister-Scholl-Schule begleitete er dankbarerweise noch einmal zwei Jahre als Teach-on-Fellow Jugendliche durch Mathe- und Englischprüfungen und begann parallel dazu ein Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Nach seinem Einsatz arbeitete er als Lehrer für Mathematik an einer Berliner Sekundarschule (2017-2019). Für eine sichere, längerfristige berufliche Perspektive fehlte einzig die formale Qualifikation, Seiteneinstieg war ihm als Jurist verwehrt. Aber Christoph nahm den kurvigen Weg gerne an, wechselte noch einmal für zwei Jahre vom Lehrer zum Studenten und schloss sein Lehramtsstudium im vergangenen Oktober ab. Seit Februar absolviert er seinen Vorbereitungsdienst an jener Schule, an der er sich nach eigenen Worten „als Fellow und als Lehrer gefunden hat“. 

Besonders freut sich Sonja Köpke, Leiterin der Region Süd, über diesen Werdegang, denn: „Das war sein Traum, den er bei seinem Abschlussgespräch mit mir geteilt hat. So schön und wahr geworden. Ich freue mich sehr für ihn – und noch mehr für seine Schülerinnen und Schüler.“