Digital Sparks – Lernen, was wirklich zählt
Ein Beitrag von Alumna Alli Kamalanathan
Ich arbeite als Netzwerkerin beim Education Innovation LAB (EIL), einem Think & Do Tank in Berlin, das sich als Reallabor für innovative Lernformate, darunter auch Digital Sparks, versteht. Die Vision: grundlegende Transformation des Bildungssystems. Das EIL hat sich zum Ziel gesetzt, Bildung als Ausgangspunkt für globalen, sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Wandel voranzubringen.
Wie bringen wir gesellschaftsrelevante Themen in Schule?
Wir wollen, dass Schüler:innen an Themen arbeiten, für die sie brennen. Das klassische Schulsetting muss neu gedacht und aufgebrochen werden. Kinder und Jugendliche verdienen die Chance, sich gut auf die Zukunft vorzubereiten. Aber wie kann das alles gelingen? Die große Frage, also: Future Skills, projektbasiertes Lernen und gesellschaftsrelevante Themen – wie passt das zusammen und wie können wir es in der Schule umsetzen? Und das in Zeiten der Pandemie.
Die Lösung: eine fächerverbindene Online-Lernplattform
Es entstand die Idee von “Digital Sparks”. Eine fächerverbindende Online-Lernplattform für zeitgemäßen, digitalen Unterricht für Schüler:innen ab der 9. Jahrgangsstufe. Die Lerneinheiten auf der Digital Sparks Lernplattform sind fächerübergreifend, gesellschaftsrelevant und multimedial. Sie bauen auf der Lernmethode des projektbasierten Lernens und dem Deeper Learning Prozess auf.
Was ist projektbasiertes Lernen?
Projektbasiertes Lernen bezeichnet eine Lernmethode, bei der Schüler:innen lernen, indem sie sich an realen und persönlich wichtigen Projekten beteiligen. Diese Art und Weise des Lernens ist nachhaltiger, weil Wissen verankert werden kann und die Lernenden für ihren Lernprozess selbst Verantwortung übernehmen dürfen und sich aktiv und selbstbestimmt einbringen können. In Teamarbeit profitieren sie von der Vielfalt der Gruppe und können individuelle Fähigkeiten einbringen, im Team lernen und an ihren Kompetenzen arbeiten.
Wie sieht Deeper Learning aus und wie können wir Schüler:innen dabei unterstützen?
„Deeper Learning beschreibt eine Pädagogik, in der Lernende sich tiefgreifend mit Wissen auseinandersetzen und selbst Wissen generieren, indem sie es sowohl über instruktiv gesteuerte Prozesse der Aneignung als auch über selbstregulierte Prozesse der Ko-Konstruktion und Ko-Kreation verarbeiten.“ (Quelle: Heidelberg School of Education – HSE)
Beide, projektbasiertes Lernen und Deeper Learning, fördern Future Skills, digitales Gestalten, offenen Unterricht und geben Freiraum für kreative Projekte. Die ersten Themen sind im Frühjahr 2021 online gegangen. Seit dem haben über 100 Schulen und knapp 2800 Schüler:innen Digital Sparks genutzt. Die Themen sind unter anderem KI und Diskriminierung, Zukunftsforschung, Politische Beteiligung und Mentale Gesundheit.

Was genau sind Future Skills?
Future Skills sind überfachlichen Zukunftskompetenzen, die Schüler:innen benötigen, um sich in einer immer rasanter verändernden Welt zurecht finden zu können. Die OECD hat dabei insbesondere die übergeordneten und überfachlichen 4 Kompetenzen identifziert: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken.
Jeder Spark oder jedes Thema kann als eine Art digitale Lernreise, die mit verschiedenen Medien wie z.B. Videos und Illustrationen und mit Expert:innenwissen unterfüttert sind, verstanden werden. So werden Lehrkräfte nicht nur unterstützt diese komplexen Themen in die Schule zu bringen, sondern erhalten auch niedrigschwellig Expert:innenwissen.
Digital Sparks: Discover, Create und Share
Dabei ist Digital Sparks didaktisch in drei Phasen eingeteilt: „Discover“, „Create“ und „Share“-Phase. In der Discover-Phase erkunden Schüler:innen auf der digitalen Lernreise ein Thema. In der Create-Phase können die Schüler:innen sich mit einer eigenen Fragestellung zu dem Thema auseinander setzen und erstellen Lernprodukte. Diese Lernpodukte erhalten in der Share-Phase digital eine Bühne, auf der die Schüler:innen sich gegenseitig ihre Projekte vorstellen können.
Schüler:innen gestalten Comic
„Die Ergebnisse sind bunt und vielfältig. So gestalteten Schüler:innen z.B. einen Comic zum Thema Geschlechtsidentitäten, der eine queere Familie porträtiert. Eine andere Gruppe hat ein Video zum Thema Diskriminierung bei Gesichtserkennung erstellt.” (Mohr & Stövhase, Schule leiten 29 | 2022, S. 24-26).
Digital Sparks – Was haben die Schulen von ?
Die Schulen können je nach ihren Bedürfnissen Digital Sparks als Projektwoche oder integriert im Schulalltag oder Unterricht durchführen. Digital Sparks können dank gesicherter Förderung kostenlos von den Schulen genutzt werden.
Ich wirke als Netzwerkerin vor allem im Digital Sparks Projekt mit und bin die Ansprechperson für Schulen. Daher bin ich im intensiven Austausch mit Schulen, vor allem über ihre Bedürfnisse, um die Digital Sparks gut in ihren Schulalltag integrieren zu können.
Mit meinen Erfahrungen an Schulen im Hinterkopf stand ich der Plattform anfangs eher skeptisch gegenüber.
Funktioniert Digital Sparks wirklich? Welche Wirkung können wir erzielen?
Nach vielen Gesprächen mit Lehrkräften war ich überzeugt, es funktioniert wirklich und es generiert einen Mehrwert sowohl für Lehrkräfte als auch für Schüler:innen.


Was sagt die Lehrkraft zu Digital Sparks?
„Digital Sparks – kreativ, innovativ, nachhaltig, es öffnet neue Horizonte, fördert die Vielfalt und schöpferisches Denken! Wir als Schule sagen danke dafür, dass wir Digital Sparks nutzen dürfen und für ein super Team, dass uns immer zur Seite steht.“ (Hartmut von Skrbensky, Lehrkraft an der Semper Oberschule Dresden).
Wie findet der:die Schüler:in Digital Sparks?
„Es ist unvergleichbar, der Online Unterricht von Schule ist immer so langweilig, da wird es nicht über solche interessanten Themen wie hier diskutiert. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass alle Lehrer in der Schulen ihre Unterrichte so gestaltet hätten.“ (Schüler:in aus Hamburg)
„Ich hab so viel neues gelernt. Ich wusste vorher eigentlich gar nichts über Künstliche Intelligenz und jetzt weiß ich viel. Ich finde es wichtig, dass wir das lernen. Auch was Künstliche Intelligenz mit Diskriminierung macht. Das betrifft uns alle. Und man muss es verstehen, um auch was dagegen zu tun.“ (Schüler:in aus Thüringen)

Über unsere Autorin und Alumna Alli Kamalanathan
Die Fellowzeit bei Teach First Deutschland prägte Alli so sehr, dass sie entschied, im Bildungsbereich zu bleiben. Sie ist bei Education Innovation LAB in der Bildungsinnovation tätig. Der Think & Do Tank schreibt sich eine grundlegende Transformation der Bildungssysteme auf die Fahne. Dafür schaffen sie im engen Austausch mit Expert:innen, Lehrer:innen und Schüler:innen Lernumgebungen, die kritisches Denken und aktives Gestalten für eine nachhaltige Zukunft ermöglichen. Im Zuge dessen bietet Education Innovation LAB innovative Lernformate für Schulen an.
Zukunft der Bildung
Education Innovation LAB (EIL) setzt sich dafür ein, dass Schule neu gedacht wird und der Aufbau von zukunftsrelevanten Kompetenzen ermöglicht wird. Was Education Innovation LAB sonst noch bewegt, kann im Manifest „Zukunft der Bildung“ nachgelesen werden.
Mehr Infos und Astausch
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