Die Corona-Pandemie hinterlässt ihre Spuren, nicht nur bei Erwachsenen. Auch Kinder und Jugendliche leiden unter Schulschließungen und dem damit einhergehenden Strukturverlust, fehlenden Freizeitangeboten und der stets präsenten Verunsicherung.

Das ist auch Semmi und Helena bei ihrer Arbeit als Fellows mit Schülerinnen und Schülern in Chemnitz und Dresden aufgefallen. Die Prävention und Früherkennung psychischer Erkrankungen, spielt bisher kaum eine Rolle in der Schule, ist für eine rechtzeitige Intervention und Unterstützung betroffener Kinder und Jugendlicher und damit für ein gesundes Heranwachsen aber essenziell. Denn Schüler*innen, die psychisch belastet oder sogar psychisch erkrankt sind, haben zurecht andere Sorgen als den nächsten Mathetest. Dabei ist es sowohl wichtig die Aufklärung über psychische Erkrankungen in den Blick zu nehmen, als auch Schüler*innen Strategien an die Hand zu geben, in schwierigen Situationen gesunde Bewältigungsmechanismen zu entwickeln und Ressourcen zu aktivieren.

Teach First Psychische Gesundheit

Helena Horn
Fellow 2020-2022
Josephinen-Oberschule in Chemnitz

Was also tun? Die Antwort: Das Thema in den Fokus rücken!  Fellows und Lehrkräfte sensibilisieren, Hilfsangebote sammeln und Schülerinnen und Schüler befähigen und ermutigen, über ihre Gefühlslage zu sprechen. Denn es sind gerade die präventiven Maßnahmen zur Aufklärung über psychische Erkrankungen, Risikofaktoren und Unterstützungsmöglichkeiten, die an Schule dringend gebraucht werden, damit aus reaktiver Hilflosigkeit wieder agierende Handlungsfähigkeit wird. Semmi und Helena haben deswegen die AG Psychische Gesundheit bei Teach First Deutschland gegründet. Die AG trifft sich regelmäßig, tauscht sich aus, vernetzt Akteur*innen miteinander, sorgt für Aufklärung und Entstigmatisierung. Für das Jahr 2022 wünschen sich Helena und Semmi, dass es zur Selbstverständlichkeit wird, dass psychische Gesundheit einen festen Platz im Bildungssystem erhält.“

Semmi Tümkaya
Fellow 2020-2022
107. Oberschule in Dresden

Teach First Psychische Gesundheit

Du suchst Hilfe? Ganz egal, welches Thema dich beschäftigt, egal ob Trauer, Gewalterfahrung, Sucht, Wut, Streit in der Familie, Schulprobleme oder etwas anderes, hier bekommst du Unterstützung:

Krisentelefone, -chats und -mails:

Krisenchat: Ganz unkomplizierten Unterstützung via SMS oder Whatsapp (24h)

Nummer gegen Kummer – Das Kinder- und Jugendtelefon: Ruf einfach unter 0800-1110333 an, ganz egal, welches Thema dich beschäftigt. (Montag bis Samstag 14 – 20 Uhr)

Telefonseelsorge: Anonyme, kostenlose Beratung ev. & kath. Kirche per Telefon unter 0800/1110111 , 0800/1110222 oder 116 123 (24 h)

Helpmail – Gemeinsamstatteinsam: Du bist zwischen 20-25 Jahren und suchst Unterschützung? Hier bekommst du sie unkompliziert per Mail (Antwort spätenstens nach 2 Werktagen)

Jugendnotmail: Du bist zwischen 20-25 Jahren und suchst Unterschützung? Hier bekommst du sie unkompliziert per Mail (Antwort spätenstens nach 2 Werktagen)

MuTeS – Das Muslimische Seelsorge: Ruf an, wenn du auf der Suche nach Unterstützung bist: 030 443 509 821 (24 Std.)

Für Frauen und Mädchen:

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: Wenn du oder eine andere Frau körperliche oder psychische Gewalt erfährt, bekommst du hier jederzeit Hilfe Beratung und Unterstützung per Telefon: 08000-116016 (24 Std & in 17 Sprachen)

Opfer-Notruf Weißer Ring: Hilfe für Opfer von Kriminalität und Gewalt von geschulten Berater*innen unter 116006 (tägl. 7- 22 Uhr)

Viele regionale Angebote und Krisentelefone findest du über Google. Meist sind sie von lokalen Akteur*innen wie der Stadt direkt, einem Krankenhaus oder den örtlichen Kirchen.