Die Schulschließungen treffen Schülerinnen und Schüler an Brennpunktschulen am stärksten. Gerade jetzt und in den kommenden Wochen brauchen sie Unterstützung. Die Arbeit unserer Fellows ist wichtiger denn je – deshalb schicken wir auch im Sommer neue Fellows an die Schulen. Doch wie arbeiten Fellows derzeit, wie unterstützen wir sie im Team dabei und wie begeistern wir potenzielle Bewerberinnen und Bewerber für uns?

 

Fünf Werte prägen unsere Zusammenarbeit und unser Arbeiten bei Teach First Deutschland. Einer davon lautet „Wir denken in Chancen.“ Mit unseren Fellows wollen wir möglichst viele bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche erreichen – in Zeiten von Covid-19 umso mehr. Wie kann das gelingen? Uns treiben besonders zwei Themen um:

1. Wie können unsere Fellows weiterhin mit ihren Schülerinnen und Schülern zusammenarbeiten, in Kontakt bleiben und sie, die sich oft schwerer tun als andere mit selbstorganisiertem Lernen, unterstützen? Denn oft haben die Kinder und jugendlichen nicht die gleichen digitalen Möglichkeiten zur Verfügung wie viele ihrer Altersgenossen. Und was brauchen die Fellows dafür von uns?

Hier liegt für uns die Chance zum Beispiel darin, das Thema Digitale Bildung an den Schulen weiter voranzubringen. Nun arbeiten nicht mehr nur unsere sogenannten Digi-Fellows daran, sondern zwangsweise alle 242 Fellows. . In unserem Liveblog teilen Fellows ihre Ideen und Erfahrungen. Unsere Programmmanager, sozusagen Führungskräfte und Coach für die Fellows in einer Person, haben innerhalb von nur wenigen Tagen eine Woche Präsenz-Fortbildung komplett auf digital umgestellt. Und künftig werden wir – Team, Fellows und Alumni – gemeinsam, selbstorganisiert und natürlich digital an verschiedenen Themen arbeiten, die für die Organisation und unsere Arbeit an den Schulen relevant sind. Auch über die Zeit der Schulschließung hinaus. 

2. Was bedeutet die aktuelle Krise für den Arbeitsmarkt und für das Recruiting von neuen Fellows? Immerhin wollen wir im Sommer bis zu 140 neue Fellows an Schulen in sozialen Brennpunkten einsetzen.

Wir erarbeiten neue Möglichkeiten, um mit Studierenden, Absolventen und Young Professionals ins Gespräch zu kommen. Was sonst viel über Hochschulmarketing läuft, muss nun ins Netz gebracht werden. Eine Idee ist, unsere Expertise in Themen wie Leadership und Projektmanagement – die Teil des Weiterbildungspaketes der Fellows sind – den Hochschulen und Co. als Webinare anzubieten.
Für unsere Organisation ist Recruiting essenziell. Unsere Mission und unsere Vision beruhen darauf, Fellows – hochmotivierte und engagierte Menschen unterschiedlicher Studienfächer – zu finden, sie zu qualifizieren und zu befähigen, ihre Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu unterstützen. Was für uns das Recruiting in Corona-Zeiten bedeutet, ist bis zu diesem Zeitpunkt ein Auf-Sicht-Fahren. Für gute Ideen sind wir immer dankbar! Im Gegenzug haben wir einige Vorschläge für Recruiter und Recruiterinnen anderer Organisationen, um Kinder und Jugendliche gerade jetzt zu unterstützen:

  • Sie wissen nicht, wie sich Ihr Recruiting entwickelt oder mussten bereits Einstellungen aussetzen? Empfehlen Sie Ihren Kandidaten unser Leadershipprogramm und halten Sie währenddessen Kontakt zu ihnen, um sie im Anschluss zu sich ins Unternehmen zu holen.
  • Ihre HR-Kolleginnen und -kollegen und Sie haben freie zeitliche Kapazitäten? Fragen Sie doch mal bei der Schule in Ihrer Umgebung an, ob Sie vielleicht ein digitales Bewerbungstraining organisieren können für die Schülerinnen und Schüler.
  • Seien Sie bei der Suche nach neuen Azubis etwas nachsichtiger, zum Beispiel beim Blick auf die Noten – die Schulschließungen treffen Schülerinnen und Schüler in Brennpunkten, die eh schon häufig Extra-Unterstützung benötigen, besonders stark.

Dieser Text ist ein Beitrag zur Blogparade #HRvsCoronaKrise von Stefan Scheller.
 

Kathrin Justen, Senior Managerin | Hochschulmarketing & Recruiting