Lernen im Sommer – für die Schule. Sicherlich nicht die erste Wahl von Kindern und Jugendlichen, wenn man sie nach ihren Plänen für die Sommerferien fragt. Unseren Fellows in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Badem Württemberg ist es trotzdem gelungen, dass die Schülerinnen und Schüler sich am Ende wünschten, das Programm würde nie zu Ende gehen.

Fatma findet die Sommerschule gut, weil wir da alles wiederholen.“ Für Ali ist klar: „Man muss Willen zeigen.Der 16-jährige Schüler und seine 15-jährige Mitschülerin der Neuköllner Otto-HahnSchule nahmen gemeinsam mit anderen Jugendlichen an dem Sommerschulprogramm der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie teil. Das Angebot richtete sich hauptsächlich an Jugendliche der zehnten Klassen, die auf einen erfolgreichen Start in das nächste Schuljahr vorbereitet werden sollen.  

 Anfangs hätten einige Schülerinnen und Schüler Probleme gehabt, sich wieder in den Schulalltag einzufinden, sagt Beeke Melcher. Sie ist Fellow bei Teach First Deutschland und macht ihre Schülerinnen und Schüler auch im regulären Schuleinsatz stark für den Schulabschluss. Nach den Schulschließungen und den SocialDistancingMaßnahmen der vergangenen Monate mussten die Jugendlichen in den Lernferien wieder in ein Miteinander findenNeben der fachlichen Wiederholung hatte die Sommerschule den besonderen Vorteil, durch flexible Lerngruppen und Unterrichtsgestaltung die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler stärken zu können. Fellow Maria Philipp beispielsweise kombinierte die Englischstunde mit einer Sightseeing Tour durch Berlin – und ihre Schülerinnen und Schüler erfuhren dadurch, wie nützlich die Sprache im Alltag ist und wie viel sie eigentlich schon anwenden können.  

 In Berlin wurde die Sommerschule von dem Träger der technischen Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft koordiniert und von Pro Fellow e.V. und anderen Initiativen umgesetzt. 

In den Lernferien konnten Schülerinnen und Schüler spielerisch ihre Stärken entdecken und neue Fähigkeiten aufbauen.

In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg findet mit dem Klassewechsel in die fünfte Klasse auch ein Schulwechsel statt – neue Schulwege, Freunde, Lehrkräfte und auch neue Fächer. Dieses ist bereits unter „normalen“ Umständen eine große Herausforderung für viele Kinder. Mit dem Ferienprogramm „Huckepack“ des International Rescue Committee (IRC) machten Teach First Deutschland Fellows Kinder in vier Wochen startklar für die 5. Klasse. Unterstützt wurde das Programm von der UBS Foundation.

Die Schülerinnen und Schüler konnten in den jeweils zweiwöchigen Lernferien spielerisch ihre Stärken entdecken und neue Fähigkeiten aufbauen. Fellow Laura Vahle bestärkte die teilnehmenden Kinder darin, sich aktiv in das Programm einzubringen, kleinere Übungen anzuleiten und sich in einer geschützten Umgebung in neuen Dingen auszuprobieren. „Das hat vor allem ihre Selbstwirksamkeit gestärkt.“ Die Schülerinnen und Schüler entwickelten das Videoprojekt „Die Reise zum Gurkenplaneten“, pflanzten Lollis in den Stadtgarten und organisierten interaktive Stadtführungen für ihre selbstgestalteten Städte. Als Projektleitungen, Architekten und Modellbauer wuchsen sie über sich hinaus, stellten sich Themen wie Konfliktfähigkeit und Beharrlichkeit und beendeten die Lernferien gestärkt für den Start in den neuen Schulabschnitt und mit neuen Freunden.

Astrid Große-Korolczuk, Leiterin Kommunikation

Fotos: IRC/M. Reichert