Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung im vergangenen Jahr. Gemeinsam konnten wir mehr als 10.000 Schüler:innen durch dieses bewegende Jahr begleiten, ihre Stärken stärken und Potentiale entfalten. Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir mit unseren Fellows, Alumni:ae sowie unseren Partner- und Förderer:innen und Unterstützer:innen viele starke Menschen an unserer Seite haben, damit Schule auch im nächsten Jahr für alle Kinder und Jugendlichen unter einem guten Stern beginnen kann. Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben erholsame und besinnliche Feiertage.

„Mein aufrichtiger Dank gilt all den großartigen Menschen in unserem Netzwerk, die in besonders herausfordernden Zeiten weiter eng an unserer Seite stehen. Sie alle gemeinsam bilden den guten Stern, unter dem wir im neuen Jahr maximale Wirkung für unsere Schüler:innen entfalten können.“

Sonja Köpke
Geschäftsführerin von Teach First Deutschland

Vor einem Jahr dachte wohl niemand, dass neben der Pandemie weitere große Herausforderungen unsere Gesellschaft entscheidend verändern werden. Kinder und Jugendliche sind von diesen Veränderungen besonders betroffen. Es ist schwierig, in einem als unsicher empfundenen Umfeld die eigenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und so die eigene Persönlichkeit zu formen. Fellows leisten hier unschätzbar viel, indem sie Schülerinnen und Schüler individuell durch diese Zeit begleiten und sie fördern.

Die Fellows des Jahrgangs 2022 bei den Hands On Leadership Trainings (HOLT) im vergangenen September. Die zweimal jährlich stattfindenden Fortbildungen bereiten Fellows auf den Einsatz in Schule vor: hier wird Leadership durch Praxisbeispiele erfahrbar und Fellows erhalten die Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen. Die HOLTs sind Bestandteil des Qualifizierungsprogramm innerhalb des Leadership Trainings, zu dem auch der Online-Campus, die Sommerakademie und einsatzbegleitende Fortbildungen gehören.

„Auch heute noch sind in Deutschland Bildungserfolg und soziale Herkunft eng miteinander verknüpft. Zusammen mit starken Förderpartner:innen wie Teach First Deutschland möchten wir Veränderungen herbeiführen.“

Warum unterstützen Sie die Arbeit von Teach First Deutschland an Schulen?

Die Deutsche Postcode Lotterie steht Organisationen zur Seite, die sich dem Wohl der Menschen, und in diesem Fall insbesondere Kindern und Jugendlichen, verpflichtet fühlen. Zusammen mit den von uns unterstützten Organisationen setzen wir uns für sozialen Zusammenhalt und Chancengleichheit in der Welt ein. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten sind es vor allem die Jüngsten in der Gesellschaft, die mit den Folgen der seit über zwei Jahre währenden Corona-Pandemie zu kämpfen haben. Auch heute noch sind in Deutschland Bildungserfolg und soziale Herkunft eng miteinander verknüpft. Zusammen mit starken Förderpartner:innen wie Teach First Deutschland möchten wir Veränderungen herbeiführen.

Was muss sich Ihrer Meinung nach grundsätzlich am deutschen Schulsystem ändern und wie sollte Schule in fünf Jahren aussehen?

Das ist eine in zwei oder drei Sätzen nicht so leicht zu beantwortende Frage, weil bei der Gestaltung des Schulsystems und der Umsetzung des Bildungsauftrags viele Aspekte berücksichtigt werden müssen: beispielsweise mehr Gerechtigkeit zu schaffen, das Potential aller Kinder zu fördern – auch mit Blick auf die Innovationsfähigkeit Deutschlands –, den wachsenden Anteil von Kindern mit Migrationsgeschichte erfolgreich durch Kita und Schule zu führen und sie nachhaltig in der Gesellschaft zu integrieren. All das bedarf eines zentralen Ansatzes.

Warum finden Sie, dass der Ansatz von Teach First Deutschland hierzu beitragen kann?

Eine von drei Säulen unserer Förderbereiche ist der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft – und der ist in diesen herausfordernden Zeiten wichtiger denn je. Genau da setzt Teach First Deutschland an: Die Organisation richtet ihr Engagement auf die wirkungsvolle Begleitung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen, indem sie gemeinsam mit Fellows und vielen weiteren Akteur:innen ein nachhaltiges Netz der Unterstützung spannen. Mit dem Ziel, dass sich Kinder und Jugendliche eine echte, eigene Perspektive erschaffen und mit Mut und Gestaltungskraft in die Zukunft blicken.

Verraten Sie uns Ihre Lieblings-Plätzchensorte oder Ihr liebstes Weihnachtslied? Welche Erinnerungen verbinden Sie damit?

Mit Weihnachten verbinde ich ein starkes Gefühl des Zusammenhalts, sei es mit Familie, Freunden, Kindern oder allen mir Nahestehenden. Weihnachten aber steht für mich auch für das Besinnen auf Traditionen, Werte, Mitgefühl und Nächstenliebe. Und natürlich dürfen Plätzchen nicht fehlen, die ich an Weihnachten besonders liebe und mit denen ich besondere Momente und Menschen verbinde: Ich erinnere mich heute noch an den Duft und den Geschmack der Zimtsterne, die meine Großmutter gebacken hat. Verbunden mit der Unbeschwertheit des Kindseins umfängt mich dabei noch immer das wohlige Gefühl von Geborgen- und Vertrautheit.

Friederike Behrends
Vorsitzende der Geschäftsführung
Deutsche Postcode Lotterie

Simon Holling
Privatspender

„Jedes Kind hat Talente und Stärken, nicht immer sind diese aber die “klassischen Schulfächer” wie Mathe, Englisch oder Deutsch.“

Warum unterstützen Sie die Arbeit von Teach First Deutschland an Schulen?

Ich glaube, dass die Verbesserung von Chancengerechtigkeit für junge Menschen eine ganz große langfristige Wirkung in der Zukunft haben kann. Außerdem freut es mich immer wieder zu sehen, wie glücklich die Kinder der Projekte sind!

Was sind Ihrer Meinung nach aktuell die größten Herausforderungen für Schulen in
Deutschland neben der Pandemie?

Um das zu bewerten, bin ich momentan nicht nah genug dran – ich denke allerdings, dass das Bildungssystem grundsätzlich etwas flexibler an die heutige Welt angepasst werden und die Schüler:innen etwas Praxisnahes fürs Leben lernen sollten.

Was muss sich Ihrer Meinung nach grundsätzlich am deutschen Schulsystem ändern und wie
sollte Schule in fünf Jahren aussehen?

Ich glaube es wäre toll, wenn Lehrer:innen die Möglichkeiten hätten, individueller auf die einzelnen Schüler:innen einzugehen und deren Talente fördern zu können. Jedes Kind hat Talente und Stärken, nicht immer sind diese aber die “klassischen Schulfächer” wie Mathe, Englisch oder Deutsch.

Warum finden Sie, dass der Ansatz von Teach First Deutschland hierzu beitragen kann?

Die Chancengerechtigkeit wird verbessert!

„Teach First Deutschland kann neben der Wissensvermittlung, die in der Schule im Vordergrund steht, einen großen Beitrag zur Ausbildung der sozialen Kompetenz der Schüler:innen und Lehrenden beitragen.“

Warum unterstützen Sie die Arbeit von Teach First Deutschland an Schulen?

Die Unterstützung der Arbeit von Teach First Deutschland ist mir tatsächlich ein großes Anliegen, weil ich der Meinung bin, dass die professionelle Unterstützung der nachwachsenden Generation, die Bildung in verschiedensten Bereichen und die Begleitung in unsere hochkomplexe Welt essentiell ist.

Was sind Ihrer Meinung nach aktuell die größten Herausforderungen für Schulen in Deutschland neben der Pandemie?

In einer immer komplexeren Welt, in der das Individuum zunehmend vereinzelt und mit den verschiedensten Medien umgehen muss, ohne sich zu verlieren, ist eine umfassende Bildung, eine Erziehung in Gemeinsamkeit und ein Füreinander einstehen extrem wichtig geworden. Das ist auch die Aufgabe von Schule: Eine Erziehung hin zu einem Gemeinschaftssinn im besten Sinne.

Warum finden Sie, dass der Ansatz von Teach First Deutschland hierzu beitragen kann?

Teach First Deutschland kann neben der Wissensvermittlung, die in der Schule im Vordergrund steht, einen großen Beitrag zur Ausbildung der sozialen Kompetenz der Schüler:innen und Lehrenden beitragen. Durch den „Blick von außen“, durch personelle Unterstützung und Angebote über den Schulalltag hinaus, ist hier ein großes Handlungsfeld aufgemacht.

Was ist für Sie das Schönste an der Weihnachtszeit?

Die vielen weihnachtlichen (Kirchen-)Konzerte und Opernbesuche.

Gibt es bei Ihnen zuhause ein besonderes Weihnachtsritual oder eine besondere Weihnachtstradition?

Das gemeinsame Schmücken des Weihnachtsbaums am Vormittag des Heiligen Abends.

Susanne Springer
Leiterin Kommunikation und Marketing
Semper Oper

Dr. David Seibert
Programm-Manager bei Teach First Deutschland

„Fellows sind täglich mit der Chancenungleichheit ihrer Schüler:innen konfrontiert. Die Fellows tragen dazu bei, dass diese akut und auch systemisch abgemildert wird.“

Was sind aktuell die größten Herausforderungen für Schulen in Deutschland neben der Pandemie?

Im Zuge der Pandemie wurden auch für unsere Schulen diverse kurzfristige Hilfsangebote realisiert. Dennoch kann ich mit Blick auf unsere Partnerschulen vor allem eine breit gefächerte Mangellage erkennen. D.h. Mangel an qualifiziertem Personal, Mangel an funktionierender Ausstattung, Mangel an bewusst schön gestalteten Orten, Mangel an Zeit und vor allem als Resultat dessen häufig eine pädagogische Haltung, die bei manchen Lehrkräften zu Disziplinierung und Defizitorientierung tendiert, anstelle von Growth Mindset, Offenheit und Aufnahmefähigkeit.

Was muss sich am deutschen Schulsystem ändern und wie sollte Schule in fünf Jahren aussehen?

Aus meiner Sicht sollte das deutsche Bildungssystem auf die unterschiedlichen Ausprägungen von Bildungsarmut und Chancenungleichheit reagieren, weil es dafür der naheliegendste und passende Ort ist. Ich wünsche mir, dass eine Umverteilung stattfindet, also die besten Schulen und Lehrer:innen in Schulen in herausfordernder Lage zu finden sind. Denn da werden sie wirklich gebraucht.

Zum anderen ist es mein Wunsch, dass ein Haltungswechsel für Schulen als Arbeitsorte stattfindet, sodass Schulen die besten Köpfe anziehen und nicht Unternehmensberatungen, Agenturen und Maklerbüros. Demzufolge bräuchte es an Schule hervorragende Arbeitsbedingungen, wie gerechter Lohn, überschaubare Überstunden, funktionale Teams und umsetzbare Schulkonzepte und kleine Klassen.

Inwiefern kann der Ansatz von Teach First Deutschland hierzu beitragen kann?

Fellows sind täglich mit der Chancenungleichheit ihrer Schüler:innen konfrontiert. Die Fellows tragen dazu bei, dass diese akut und auch systemisch abgemildert wird.

Akut, weil die Fellows für ihre Schüler:innen den Extrameter gehen, für die andere Pädagog:innen oft schlichtweg nicht die Kapazitäten haben. Fellows stehen denjenigen Schüler:innen zur Seite, die andernfalls weder familiär noch von Seiten der Schule dauerhaft greifbar sind. Die Fellows unterstützen die Schüler:innen, indem sie Interesse an ihnen haben, nachfragen und hartnäckig bleiben. Bei wegweisenden Telefonaten haben sie Datenvolumen oder wählen relevante Nummern, drucken Bewerbungen aus, ermutigen sie zum Arzt oder zur Therapie zu gehen. Und natürlich unterstützen sie sie auch, indem sie den Schüler:innen die Bedeutung der Schule für ihre Abschlüsse und Anschlüsse hervorheben.

Mit dieser Haltung und Herangehensweise „irritieren“ Fellows das System Schule in einer positiven Art und Weise. Denn gerade, dass es vielen Schüler:innen an einem echten Vertrauensverhältnis mangelt, welches den Unterschied für den schulischen und persönlichen Erfolg ausmachen kann, ist scheinbar trivial, aber zugleich auch essentiell.

Weihnachten bietet eine Möglichkeit, im Kreis der Liebsten zur Ruhe zu kommen, das hinter uns liegende Jahr zu reflektieren und auf das kommende Jahr zu blicken. Bei Teach First Deutschland schaffen wir mit den Fellows und Schüler:innen ganz bewusst auch Reflexionsräume, in denen Emotionen und Bedürfnisse eine wichtige Beachtung finden. In herausfordernden Zeiten wie diesen, brauchen wir Menschen, die Verantwortung übernehmen und den Mut haben, über das, was sie bewegt, zu sprechen, miteinander in den Dialog zu gehen und positive Veränderungen voranzutreiben. Weil wir glauben, dass es wertvoll ist, sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen, haben wir als kleine Reflexion für die kommenden Weihnachtstage den Text „Versammlung der Gefühle“ von Gisela Rieger ausgewählt, den wir mit der freundlichen Erlaubnis der Autorin hier mit Ihnen teilen dürfen. Eine gute Lektüre Ihnen!

Gisela Rieger

Versammlung der Gefühle

Vor langer, langer Zeit wurden die Gefühle geschaffen, um in den Menschen zu wohnen. Ihre Bestimmung war es, den Menschen zu einem sinnvollen, glücklichen und erfüllten Leben zu verhelfen. Die Gefühle hatten ihre eigene Rangfolge und jeder wusste um seinen Platz und seine Bestimmung. Die Liebe war das größte Gefühl; sie hatte für jeden ein offenes Ohr. Dicht bei der Liebe stand die Dankbarkeit; diese stärkte die Zufriedenheit.

Lange Zeit lebten alle Gefühle harmonisch miteinander. Wurde die Sorge zu groß, kam umgehend die Zuversicht zur Hilfe. Dem großen Kummer half der Trost, ebenso wurde die Schwere von der Leichtigkeit zurückgedrängt. In diesem Sinne halfen sich alle Gefühle gegenseitig, wenn sie gebraucht wurden.

Unterteilung der Gefühle in positiv und negativ

Eines Tages stellten sie fest, dass sie ihre Aufgaben kaum mehr bewältigen konnten. Manche Gefühle wurden immer öfter von den Menschen unterdrückt und kamen seltener zum Vorschein. Andere hingegen bekamen mehr Macht als ihnen lieb war. Die Menschen erstellten zwei Kategorien für ihre Emotionen und unterteilten diese in »positive« und »negative« Gefühle. Das Materielle, Laute und Schnelle bekam einen immer größeren Stellenwert. Hass, Wut, Neid, Ärger, Eifersucht, Gier, Angst und Sorge … wurden stärker und breiteten sich in den Menschen aus.

Wenn Gefühle aus dem Gleichgewicht geraten

Die bislang positiven Gefühle wurden immer weniger wahrgenommen. Sätze wie: »Geiz ist geil«, »Liebe macht blind«, »Zeit ist Geld«, zogen immer größere Kreise. Trotz allergrößter Anstrengungen wurden die Gefühle Liebe, Dankbarkeit, Glück, Freude, Leichtigkeit … immer mehr verdrängt. Das Gleichgewicht unter den Gefühlen stimmte nicht mehr. Angst und Verzweiflung erhielten immer mehr Raum, die Traurigkeit weinte viele Stunden, die Wut verwandelte sich in Hass.

„Lange Zeit lebten alle Gefühle harmonisch miteinander. Wurde die Sorge zu groß, kam umgehend die Zuversicht zur Hilfe.“

Einberufung aller Gefühle

Als alle Gefühle restlos überfordert waren, sprachen die Hoffnung und die Zuversicht ein Machtwort. Eine Versammlung aller Gefühle wurde einberufen. Geraume Zeit beratschlagten sie, wie sie wieder in Einklang leben könnten und erstellten folgenden Plan:

  • Die Liebe soll wieder das stärkste und mächtigste Gefühl sein, denn alles, was mit Liebe geschieht, ist immer gut!
  • Die Dankbarkeit erhielt auch mehr Raum, denn wenn man dankbar ist, zieht man immer mehr an, für das man dankbar sein darf.
  • Die Hoffnung bekam wieder ihren Platz, denn wenn man hoffen kann, gibt man nicht so schnell auf.
  • Das Glück, die Freude und die Leichtigkeit bekamen wieder ihren bedeutenden Stellenwert und umarmten sich innig.
  • Die Traurigkeit war müde und durfte sich zurückziehen, mit der Erkenntnis, wichtig zu sein. Denn nur wer zur Trauer fähig ist, ist auch fähig zur Liebe und zum Glücklichsein.
  • Die Angst und die Sorge durften in den Hintergrund treten. Sie wussten, dass sie, wenn sie gebraucht wurden, um den Menschen vor Schlimmerem zu bewahren, schnell zum Einsatz kommen würden.
  • Die Verzweiflung begnügte sich mit einem kleinen Plätzchen am Rande.

Gefühle wahrnehmen und jedem Gefühl seinen angemessenen Platz lassen

Als alle Gefühle wieder im Einklang waren, trat der Hass hervor. Mit einem zufriedenen Lächeln umarmte er die Liebe, sowie alle anderen Gefühle und sprach: »Ich habe viel zu lange auf dieser Welt regiert, schon lange möchte ich gehen. Nun, da die Harmonie wieder eingekehrt ist, kann ich endlich in Frieden ziehen. Lebt wohl!«

Die Weisheit sprach das Schlusswort: »Wenn der Mensch es zulässt, seine Gefühle wahrzunehmen und jedem Gefühl seinen angemessenen Platz lässt, wird er erkennen, dass das Leben ein Geschenk ist einzigartig und wunderschön!«

Damit wir auch im kommenden Jahr für Schülerinnen und Schüler da sein können:

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